Rückblick: Lappland

April 23, 2008

Vom 6. bis 11. Januar war ich mit Chris und Schorsch in Lappland, genauer gesagt wohnten wir in einer Jugendherberge in der Weltstadt Abisko (141 Einwohner), von der aus man in einer Stunde Autofahrt bequem die nächste Ansiedlung erreichen kann. Die nächst größeren Städte in der Gegend sind Kiruna, eine Stunde südöstlich von Abisko, ca. 20.000 Einwohner und bekannt vorallem für die größte Eisenerzmiene der Welt, sowie das in Norwegen gelegene Narvik, auch mit etwa 20.000 Einwohner, eine Autostunde westlich von Abisko. Beide Städte haben wir besucht, Kiruna zeichnet sich vorallem durch das Vorhandensein eines Cafès mit Versack-Garantie aus…
Für die historisch interessierten unter uns: ein Hauptgrund für die Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg war, dass die Nazis die Kontrolle über das wertvolle Erz aus Kiruna erlangen wollten (bzw verteidigen wollten, die Kontrolle darüber wurde ihnen mehr oder weniger durch Schweden zugesichert gegen die Garantie der schwedischen Neutralität), denn dieses wurde per Eisenbahn von Kiruna nach Narvik transportiert und von dort aus verschifft. Die Nazis befüchteten, die Briten könnten Norwegen besetzen und damit die Deutschen von einer wichtigen Rohstoffquelle abschneiden. Auch heute noch wird das Erz aus Kiruna über die selbe Route transportiert und dann von Narvik aus in alle Welt verschifft. Diese Eisenbahnlinie lief direkt an unserer Jugendherberge in Abisko vorbei, und alle halbe Stunde kamen wir in den Genuss des vorbeifahrenden Erztransportes. So ein Erztransport besteht aus etwa 30-50 Waggons zu jeweils 20 Tonnen. Da kommt an einem Tag schon einiges zusammen…
Wer genau hischaut, kann auf den Bildern von Lappland (anbei) die Waggons erkennen, dort stehen sie im Güterbahnhof in Narvik.
Während dieser Reise hatte ich die Gelegenheit mich als Fahrer zu betätigen, ich fand es sehr schön mal wieder Auto zu fahren. Der Straßenbelag, bestehend aus Eis, festgefahrenem Schnee und Dreck erwies sich als erstaunlich rutschsicher. Nur bei entgegenkommendem Schwerlastverkehr ist es anzuraten, deutlich abzubremsen, da man durch die dadruch verursachten Schneeverwehungen einfach für ein paar Sekunden nichts sieht…außer Schnee eben!

Unsere Jugendherberge fand ich sehr angenehm, mal abgesehen davon dass die Küche gemütlicher gestaltet sein könnte. Jeden Abend hatten wir die Gelegenheit zu saunieren. Das Hobby und der liebste Zetvertreib unseres Gastwirts ist ganz offensichtlich das Reinigen seiner Sauna. Auch sonst war dieser Mensch ein zwar sehr freundlicher und sympathischer, aber auch recht schrulliger Zeitgenosse…
In der Sauna hatten wir jeden Abend Gelegenheit, mit Menschen aus verschiedenen Ländern in Kontakt zu kommen, mit Franzosen, Japanern, Engländern und Amerikanern.
Ansonsten blieben noch die Ausflüge zu erwähnen, an einem Tag ging es zum Einhotel, an einem anderen nahmen wir an einer Hundeschlittenfahrt teil. Beides war sehr schön und lohnt sich auf alle Fälle. Gleich am ersten Abend kamen wir in den Genuss einiger Nordlichter, die sich leider nur schlecht photographieren ließen. Ich könnte noch wesentlich mehr zu diesem Ausflug schreiben, evtl. tue ich das später auch noch. Auf jeden Fall war es eine tolle Zeit.

Lappland

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